Bürgeruniversität/Seniorenakademie
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HSZ 0004/H
Enno Fischer
Die Veranstaltung findet jede Woche statt.
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Neue:r Dozent:in
Locke, „Versuch über den menschlichen Verstand“ John Locke (1632–1704) ist einer der wichtigsten Vertreter des Empirismus; sein „Versuch über den menschlichen Verstand“ (1689) gehört zu einem der einflussreichsten Werke der neuzeitlichen Philosophie. Im Seminar werden wir schwerpunktmäßig die Erkenntnistheorie in Büchern II und IV seines „Versuchs“ erarbeiten und diskutieren. Zu den Fragen, mit denen wir uns beschäftigen werden, gehören: Was ist die Quelle unseres Wissens über die Welt und unseren eigenen Geist? Was sind die Grenzen unserer Erkenntnis und wie sind sie zu bestimmen? Inwiefern basiert alles Wissen auf sinnlicher Erfahrung? Wie ist es möglich, Gegenständen beobachtungsunabhängige Eigenschaften zuzuschreiben? Wie erhalten wir Vorstellungen von abstrakten oder idealen Gegenständen wie Zahlen bzw. den leeren Raum? Textgrundlage ist Band 1 der Meiner-Ausgabe von Lockes Versuch (Hamburg 2006, hrsg. v. Reinhardt Brandt, übers. v. Carl Winckler, Bd. 1), der zweite Band wird in Auszügen auf OPAL bereitgestellt.
Erster Termin: 20.10.2026
Angeboten auf: deutsch.
Platon, „Gorgias“ Platons Dialog „Gorgias“ verhandelt vordergründig die Bestimmung der Redekunst (Rhetorik) und ihrer Rolle im gesellschaftlichen Leben Athens. In einer Demokratie hat die politische Rede jedoch eine besondere Rolle, um gesellschaftliche Stimmungen zu erzeugen, Konsens oder Dissens herzustellen – in ihr konzentriert sich politische Macht. Auf diesem Wege gelangt Platon zu zentralen Fragen, die auf das politische und tugendhafte Leben insgesamt ausgreifen. Sie betreffen das Verhältnis von Überredung und rationaler Überzeugung, individuellem Lustgewinn und Gemeinwohl sowie Macht und Gerechtigkeit. Diese Themen und ihre Verbindung in einer Lehre von der geordneten Seele machen den „Gorgias“ nicht zuletzt zu einem wichtigen Vorläufer der „Politeia“. Das inhaltliche Hauptziel des Seminars ist es, Platons Gerechtigkeitskonzeption herauszuarbeiten und der ihr zugrundeliegenden Verzahnung politischer, ethischer und metaphysischer Annahmen nachzugehen. Methodisches Ziel ist das Einüben der Techniken des close reading und der rekonstruktiven Argumentanalyse. Textgrundlage des Seminars ist die zweisprachige Reclam-Ausgabe des Dialogs (Leipzig 2011, hrsg. u. übers. v. Michael Erler).
Die wissenschaftliche Methode in der frühen Neuzeit Im 17. Jahrhundert vollzieht sich die sogenannte „wissenschaftliche Revolution“: das fast 2000 Jahre lang dominante aristotelische Wissenschaftsideal qualitativer Beobachtung und rekonstruktiver Erklärung wird schrittweise abgelöst durch ein neues Paradigma, das auf mathematische Modellierung und experimentelle Intervention setzt. Diese Entwicklung wurde von der Philosophie sowohl vorangetrieben als auch wissenschaftstheoretisch reflektiert. In ihrem Zuge bildete sich ein neues Weltbild heraus, das heliozentrisch, mechanistisch und materialistisch ausgerichtet war. In diesem Seminar werden wir einige der wirkmächtigsten Stationen dieser „Revolution“ aus der Nähe kennenlernen anhand ausgewählter Texte von Francis Bacon, Galileo Galilei, René Descartes, Thomas Hobbes, Benedikt de Spinoza, Isaac Newton und Emilie Du Châtelet. Das inhaltliche Hauptziel des Seminars ist es, wissenschaftstheoretische Fragen betreffend den Status von Modellen, Idealisierungen, Induktion und Erfahrung kennenzulernen und in ihrer historischen Genese zu verstehen. Das methodische Ziel des Seminars ist es, Texte historisch kontextualisiert zu lesen und argumentativ zu rekonstruieren. Ein Reader wird auf OPAL bereitgestellt.
Erster Termin: 21.10.2026
HSZ 0002/E
Prof. Dr. Markus Tiedemann